EIN NEUER SCHLAFZUG ERMÖGLICHT ES BRITISCHEN PASSAGIEREN MIT NUR EINMAL UMSTEIGEN NACH WIEN ZU REISEN

Essentielles Brüssel, Reisetipps

Bahnreisende aus Großbritannien haben jetzt die Möglichkeit, nach dem Start eines neuen Schlafzugs mit nur einmal Umsteigen eine Reise nach Wien zu unternehmen.

Die österreichische Staatsbahn ÖBB hat am Montag, den 20. Januar 2020 mit dem Betrieb von Schlafzügen nach Brüssel begonnen – mit Weiterverbindungen für den Eurostar nach London und Kent.

Dies bedeutet, dass Reisende den Wiener Hauptbahnhof nach dem Abendessen um 20.38 Uhr verlassen und am nächsten Morgen um 10.55 Uhr nach einer Nachtruhe und pünktlich zu einem morgendlichen Meeting am Brüsseler Midi-Bahnhof ankommen können.

Diejenigen, die nach London weiterreisen, können den Eurostar um 12.52 Uhr durch den Ärmelkanal nehmen, der kurz nach 14 Uhr pünktlich zu einem späten Mittagessen in der britischen Hauptstadt ankommt.

Umgekehrt kommt der Schlafzug pünktlich zum Frühstück um 8.27 Uhr in Wien an. Reisende profitieren ebenfalls vom direkten Zugang zur bayerischen Hauptstadt München, sowie zu den österreichischen Städten Linz und Innsbruck.

Die Kosten für den Brüssel-Wien-Teil der Exkursion beginnen bei 29,90 € für einen Sitzplatz, 49,90 € für ein Basic-Liegebett in einem gemeinsamen Abteil oder 89,90 €für ein Bett. Die Eurostar-Preise beginnen ab 29 GBP pro Strecke, wenn sie rechtzeitig gebucht werden.

Horden faszinierter Zuschauer und Pressevertreter begrüßten den Zug am Montagmorgen in Brüssel, mit Reisenden im allerersten Zug, einschließlich der Ankunft der Abgeordneten im Europäischen Parlament. Die ÖBB-Behörde verteilte kleine österreichische Banner.

Der Dienst wird zunächst nur zweimal pro Woche in beide Richtungen verkehren, und die ÖBB hat vorgeschlagen, einen täglichen Service einzurichten, sobald mehr Wagen zur Verfügung stehen.

„Mit Hilfe des Nightjet bringen wir Nachtzüge zurück nach Europa“, sagte Andreas Mattha, Vorstandsvorsitzender der ÖBB. „Wir glauben, dass die direkte Verbindung nach Brüssel aktiv zum Klimaschutz beiträgt.“

Die belgische Staatsbahnorganisation SNCB stellt den elektrischen Zug für den Dienst im belgischen Segment aufgrund von Unterschieden im österreichischen und belgischen Gleisrahmen zur Verfügung.

Sophie Dutordoir, Geschäftsführerin der SNCB, sagte: „Den Schienenverkehr zum Rückgrat des Kurz- und Mittelstreckenverkehrs in Europa zu machen, ist ein übergreifendes Projekt, an dem Mobilitätsakteure beteiligt sind: Industrie, Infrastrukturbetreiber, Gesetzgeber, Regierungen sowie die Europäische Union. In diesem Zusammenhang ist Brüssel ein wichtiger Knotenpunkt, insbesondere mit der Ankunft des Nightjets.“

Das neue Angebot ist eine Erweiterung des Schlafzuges von Wien nach Köln. Diese Route ermöglichte es britischen Reisenden zuvor, nach Wien zu reisen, setzte allerdings voraus, dass sie für die Verbindung einen Zug von Brüssel nach Deutschland nehmen, – was sowohl zusätzliche Mühe als auch zusätzliche Kosten bedeutete.

In Europa wurden Schlafzüge lange Zeit reduziert, hauptsächlich aufgrund des Wettbewerbs durch Billigfluggesellschaften: So fuhren beispielsweise in den neunziger Jahren Schlafwagenzüge von Österreich nach Belgien. Wie dem auch sei, die zunehmende Begeisterung für umweltfreundlichere kohlenstoffarme Transportmethoden hat die Begeisterung für dieses Nachttransportmittel entfacht und wiederhergestellt.

Vor einer Woche berichtete der schwedische Direktor der Eisenbahnstiftung, Trafikverket, von Plänen für einen Schlafzug, der es Reisenden ermöglichen könnte, rechtzeitig zum Mittagessen von Schweden nach London zu reisen. Die Planung soll 2022 oder 2023 beginnen.